Kapitel 5 von 5

Kapitel 5 - Schicksalshafte Begegnung

IssacDJacks8. Mai 2026

Der Wind zerrt an ihren Haaren und Nara streicht sie sich zum
wiederholten Male aus dem Gesicht. Sie muss sich unbedingt etwas
einfallen lassen, ein Band oder ein Stück Leder, irgendetwas. Von hier
oben, auf der Stadtmauer, kann der Wind ungehindert zugreifen und er tut
es mit Begeisterung.

Sie ist seit dem frühen Morgen unterwegs. Die Mauer zieht sich in einem
weiten Bogen um die Stadt und sie hat jeden Abschnitt abgelaufen, den
man noch betreten kann, ohne abzustürzen. Sieben Breschen hat sie
gezählt. Sieben Stellen, an denen die Mauer eingebrochen ist, manche
breit genug, dass ein Fuhrwerk hindurchfahren könnte, andere nur schmale
Risse, durch die der Wind pfeift. An den Rändern der Breschen sind die
Steine geschwärzt und teilweise geschmolzen, als hätte etwas mit
unvorstellbarer Hitze gegen die Mauer geschlagen.

Sie bleibt stehen und stützt sich auf die Brüstung. Von hier oben sieht
die Stadt anders aus als von den Straßen. Viel größer als sie gedacht
hatte. In den letzten Wochen hat sie den Marktplatz und die umliegenden
Gebäude erkundet, aber von hier oben sieht sie, wie wenig das eigentlich
ist. Hinter den Gebäuden, die sie kennt, erstrecken sich ganze
Straßenzüge, die sie noch nie betreten hat. Dächer, die meisten
eingestürzt, manche überraschend intakt, reihen sich aneinander bis sie
in der Ferne verschwimmen. Hier und da ragen Türme empor und vereinzelt
sieht sie die breiten Kronen von Palmen zwischen den Gebäuden
hervorlugen. Palmen! Das hat sie anfangs überrascht. In New Haven wäre
so etwas undenkbar gewesen, aber hier scheint die Sonne wärmer und die
Luft milder, trotz der Jahreszeit.

“Das ist locker eine Kleinstadt”, murmelt sie. “Wenn nicht sogar
größer.”

Sie dreht sich um und schaut in die andere Richtung, über die Mauer
hinaus. Vor ihr erstreckt sich eine weite Wiese, das Gras kniehoch und
von Wildblumen durchsetzt. Auf den ersten Blick friedlich, fast
einladend. Dann sieht sie sie. Vereinzelte Gruppen von blauen Punkten,
die langsam über die Wiese hüpfen. Zwei hier, drei dort, weitläufig
verstreute Schleime. Von hier oben sehen sie harmlos aus, wie leuchtende
Murmeln im Gras.

Nara greift sich an den linken Oberarm und drückt gegen die Stelle, an
der die Prellungen unter dem Ärmel immer noch gelblich grün schimmern.
Harmlos sehen sie nur von hier oben aus.

Und vielleicht einen Kilometer dahinter entfernt beginnt der Wald.

Der Wald steht wie eine Wand am Horizont. Die Bäume sind hoch und stehen
dicht, so dicht, dass das Licht schon nach wenigen Metern geschluckt
wird. Naras Griff um die Brüstung wird fester. Wenn ein einziger Schleim
sie fast außer Gefecht gesetzt hat, was lauert dann zwischen diesen
Bäumen? Ein Schleim ist dumm und schwach und hat sie trotzdem auf den
Rücken geworfen. Sie ist keine Kämpferin. Sie kann kaum mit dem Schwert
umgehen. Wenn dort irgendetwas lebt, das schneller oder größer oder
schlauer ist als ein Schleim, dann hat sie keine Chance.

Sie weicht einen Schritt von der Brüstung zurück, als könnte der Wald
sie von hier aus sehen.

“Sieben Breschen”, flüstert sie. “Sieben Stellen, an denen alles
reinkommen kann.”

Sie wendet sich ab und folgt der Mauer weiter, bis sie die Kaserne
erreicht. Das Gebäude lehnt sich direkt an die Innenseite der Mauer,
lang gestreckt und massiv gebaut. Das Dach ist größtenteils intakt, was
es zu einem der besser erhaltenen Gebäude macht, welche sie bisher
gesehen hat. Die schwere Holztür steht offen, die Angeln so verrostet,
dass sie sich beim besten Willen nicht mehr bewegen lässt.

Drinnen ist es kühl und stickig. Nara geht langsam durch die Räume. Ein
großer Schlafraum mit Reihen von zusammengebrochenen Etagenbetten. Ein
Aufenthaltsraum mit einem langen Tisch, dessen Beine noch stehen, aber
dessen Platte in der Mitte durchgebrochen ist. Dann die Waffenkammer.

Sie bleibt im Türrahmen stehen und lässt den Blick schweifen. Leere
Waffenregale an den Wänden, die Halterungen noch sichtbar, aber was
einst darin lag, ist längst verschwunden. Auf dem Boden liegen
vereinzelte Pfeilüberreste, die Schäfte zerbrochen, die Federn zu Staub
zerfallen. In einer Ecke lehnen drei Speere an der Wand, der Rost hat
sie so weit zerfressen, dass sie beim Anfassen vermutlich
auseinanderfallen würden. Einige leere Fässer stehen gestapelt an der
hinteren Wand.

Nara klopft im Vorbeigehen gegen eines der Fässer. Es klingt hohl.
“Warum erwarte ich noch was anderes?”

Sie verlässt die Kaserne und malt mit dem Stück Holzkohle, das sie
mittlerweile immer bei sich trägt, einen Kreis auf den Türrahmen. Intakt
und benutzbar, auch wenn sich darin nichts Brauchbares findet. Warum sie
das macht, kann sie selbst nicht genau sagen. Es hilft ihr, die Gedanken
zu ordnen, das Durcheinander dieser Stadt in ihrem Kopf in etwas
Fassbares zu verwandeln. Kreise und Kreuze. Kann ich nutzen, kann ich
nicht nutzen. So einfach sollte die Welt sein.

Sie nimmt den Weg zurück Richtung Marktplatz. Die Straßen hier sind
breiter als in der Nähe des Zentrums, angelegt für Truppenbewegungen
vermutlich, mit geraden Kreuzungen und wenig Seitengassen. Unkraut
wuchert zwischen dem Pflaster und an manchen Stellen haben sich ganze
Büsche durch die Steine gedrückt. Ihre Schritte hallen zwischen den
leeren Gebäuden und sie summt leise vor sich hin, irgendeine Melodie,
die ihr gerade in den Sinn kommt. Hauptsache nicht still.

Sie biegt um eine Ecke und bleibt abrupt stehen.

Auf dem Pflaster, vielleicht zwanzig Meter vor ihr, sitzt ein Schleim.
Durchsichtig, bläulich schimmernd und ungefähr so groß wie ein
Medizinball. Er pulsiert leicht, als würde er atmen, und in seiner Mitte
leuchtet ein kleiner Punkt, schwach aber stetig.

Naras Hand wandert langsam und vorsichtig zum Schwert an ihrer Hüfte.
Sie umfasst den Griff und zieht es aus der Scheide. Die Runen auf der
Klinge leuchten wie immer in einem gedämpften Blau.

“Na komm”, murmelt sie. “Diesmal blamiere ich mich weniger.
Hoffentlich.”

Beim ersten Mal, es musste Anfang der zweiten Woche gewesen sein, hatte
sie ihren ersten Schleim am Rande des Marktplatzes entdeckt und in einem
Anfall von Isekai-inspiriertem Übermut beschlossen, dass ein Schleim ja
wohl das einfachste Einstiegsmonster sein müsste. Sie hatte sich geirrt.
Ihr erster Hieb war weit am Schleim vorbeigegangen, der zweite auch. Sie
hatte nie gelernt mit einem Schwert zu kämpfen und der Schleim war
schneller gewesen als er aussah. Als sie endlich getroffen hatte, war
die Klinge glatt durch ihn hindurchgegangen, ohne ihm auch nur
ansatzweise etwas anzuhaben. Dann war das Ding auf sie zugeschnellt und
hatte sie von den Beinen geholt. Sie war rückwärts über einen
Schuttbrocken gestolpert und hatte sich den Rücken so geprellt, dass sie
zwei Tage lang beim Atmen die Zähne zusammenbeißen musste. Erst nach
mehreren Versuchen hatte sie durch puren Zufall den leuchtenden Punkt in
der Mitte des Schleims getroffen und das Ding war auf der Stelle in sich
zusammengefallen, zerfließend wie Wasser auf heißem Stein.
Zurückgeblieben war ein kleiner leuchtender Kristall, blau und warm in
ihrer Hand.

Seitdem weiß sie, worauf es ankommt. Den Kern treffen.

Nara atmet aus und geht langsam in die Hocke. Der Schleim hat sie noch
nicht bemerkt, oder zumindest reagiert er nicht. Sie hat inzwischen
gelernt, dass man sich ihnen am besten von der Seite nähert und
versucht, den leuchtenden Punkt in der Mitte mit einem schnellen Hieb zu
erwischen. Nicht von oben, dann schließt sich der Schleim einfach
wieder. Nicht zu langsam, dann weicht er aus. Und auf keinen Fall zu nah
dran stehen bleiben, denn diese Dinger können springen.

Sie schleicht näher. Zehn Meter, fünf, der Schleim pulsiert gleichmäßig
vor sich hin. Sie kann den leuchtenden Kern sehen, er sitzt leicht
versetzt nach rechts.

Nara holt aus und stößt in einer schnellen Bewegung zu. Die Klinge fährt
von links in den Schleim, der sich im letzten Moment zusammenzieht und
dem Hieb fast entweicht. Fast, aber die Klinge verfehlt den Kern und
fährt durch den unteren Teil des Schleims, der ein Stück abtrennt. Der
Schleim zuckt zurück und richtet sich auf, als wolle er springen.

“Nein, nicht schon wieder”, zischt Nara und tritt einen großen Schritt
zurück. Der Schleim schnellt nach vorne und landet genau dort, wo sie
gerade noch gestanden hat. Sie stolpert leicht, fängt sich aber und
sieht den Kern in dem Moment, in dem der Schleim sich nach der Landung
flach auf dem Boden ausbreitet. Da. Sie stößt die Klinge nach unten,
mitten durch den Schleim, und trifft den leuchtenden Punkt. Der Schleim
zuckt einmal und beginnt sofort zu zerfließen, breitet sich auf dem
Pflaster aus wie ein Pfütze und wird dünner und dünner, bis nichts mehr
übrig ist außer einem kleinen Kristall auf dem nassen Stein.

Nara steht da, das Schwert in der Hand, und atmet schwer. Ihr Herz
hämmert.

“Immerhin bin ich diesmal nicht hingefallen”, sagt sie zu der nassen
Stelle auf dem Pflaster. “Ich mache Fortschritte.”

Sie hockt sich hin und fischt den Kristall aus der Pfütze. Er ist klein,
kaum größer als eine Murmel und strahlt eine angenehme Wärme aus. Wie
die anderen. Sie kann nicht erklären warum, aber jedes Mal, wenn sie
einen dieser Kristalle in der Hand hält, hat sie das Gefühl, dass er
wichtig ist. Kein Wissen, eher ein Ziehen, als würde etwas in ihr darauf
reagieren.

“Manakristalle”, murmelt sie und dreht ihn zwischen den Fingern.
“Wenn das hier wirklich so funktioniert wie in den Mangas, dann seid
ihr wertvoll. Und wenn nicht, habe ich halt eine Sammlung hübscher
Murmeln.”

Sie steckt den Kristall in die Ledertasche an ihrer Hüfte und macht sich
auf den Rückweg.

Als sie die Taverne betritt, begrüßt Dieter sie wie immer mit seinem
stummen Grinsen. Sein Schädel liegt auf dem Tresen, leicht nach links
geneigt, als würde er aus dem Fenster schauen. Den Rest seines Skeletts
hat sie in den ersten Tagen zusammen mit den anderen Knochen begraben.
Aber Dieter hat seinen Platz behalten. Er ist die schlechteste
Gesellschaft, die man haben kann, aber immer noch besser als gar keine.

“Bin wieder da”, sagt sie im Vorbeigehen. “Danke, dass du auf die
Taverne aufgepasst hast.”

Der Schädel sagt nichts. Wie immer.

Die Taverne sieht anders aus als in der ersten Nacht. Der Boden ist
gefegt, die Scherben beseitigt, die Spinnweben entfernt. Die Tische, die
noch zu retten waren, stehen aufrecht und sauber an der Wand. Auf einem
davon stehen drei Tontöpfe, in denen Blumen blühen, die sie in den
Ruinen gefunden und eingepflanzt hat. Gelbe und weiße Blüten, deren
Namen sie nicht kennt, aber die den Raum weniger trostlos wirken lassen.
Hinter dem Tresen sind die Regale aufgeräumt, die wenigen brauchbaren
Flaschen und Gläser, die sie gefunden hat, stehen ordentlich aufgereiht.
Der Kamin ist geschwärzt, aber funktioniert. Daneben liegt ein sauberer
Stapel Feuerholz.

Nara geht zum Tresen und nimmt einen kleinen Korb herunter, der neben
Dieters Schädel steht. In dem Korb liegen sechs blau leuchtende
Kristalle, manche etwas größer, manche kleiner. Sie legt den siebten
dazu und stellt den Korb zurück.

“Sieben”, sagt sie und klopft Dieter auf den Schädel. “Guck nicht so,
ich bin keine Kämpferin.”

Sie nimmt einen langen Schluck aus dem Wasserschlauch und setzt sich auf
einen der Stühle. Ihre Beine sind müde vom langen Laufen auf der Mauer
und der Kampf mit dem Schleim hat sie mehr angestrengt, als sie zugeben
will. Sie lehnt sich zurück und schaut zur Decke. Das Loch über dem
Tresen hat sie mit Brettern notdürftig geflickt. Es hält den Regen ab,
meistens zumindest.

Im oberen Stock hat sie eins der Gästezimmer halbwegs bewohnbar gemacht.
Die kaputten Möbel rausgeräumt, den Boden geschrubbt, die Fensterläden
repariert. Das Bett ist ihr persönliches Meisterwerk, wenn man großzügig
ist. Vier Holzstücke, die sie zusammengenagelt hat, darüber ein Brett,
darauf die Decken aus dem Vorrat ihres Vaters, sorgfältig
übereinandergeschichtet. Es knarzt bei jeder Bewegung, die rechte Seite
hängt etwas durch und einmal ist sie nachts durchgefallen. Aber es ist
ein Bett und es ist ihres.

Sie steht auf und streckt sich. “Pause vorbei. Der Garten wartet.”

Der Weg zur Abenteurergilde ist kurz und sie kennt ihn mittlerweile im
Schlaf. Durch die Hintertür der Taverne, über den kleinen Platz, vorbei
an der Schmiede und dann links. Das Gildengebäude ist eines der
stabileren in der Stadt und der eingezäunte Platz dahinter hat sich als
der beste Ort für ihren Garten erwiesen.

Nara kniet im Beet und zieht Unkraut. Das Zeug wächst hier schneller als
alles, was sie angepflanzt hat, als wüsste es, dass sie keine Ahnung
hat, was sie tut. Sie reißt eine besonders hartnäckige Wurzel aus dem
Boden und schüttelt die Erde ab.

“Wisst ihr was”, sagt sie zu den Pflanzen und wirft das Unkraut auf
den Haufen neben sich. “Ich bin mit siebzehn Vollwaise geworden. Dann
habe ich mir jahrelang den Rücken an einer Tankstelle kaputt gearbeitet.
Dann hat mich eine Krankheit so fertig gemacht, dass ich nicht mal mehr
alleine aufs Klo gehen konnte.” Sie rupft das nächste Unkraut und
betrachtet es kurz, bevor sie es wegwirft. “Und dann bin ich gestorben
und in einer Welt wiedergeboren worden, die von Fanatikern regiert wird,
die mich aus Jux und Dallerei zum Tode verurteilt haben.” Sie stemmt
sich an einem besonders widerspenstigen Büschel hoch und reißt es
mitsamt Wurzel aus dem Boden. “Also glaubt mir, gegen ein paar
Unkräuter halte ich locker durch.”

Sie setzt sich auf die Fersen und wischt sich die Erde von den Händen.
Die Setzlinge, die sie aus den Vorräten ihres Vaters gezogen hat, stehen
in unordentlichen Reihen. Manche sehen vielversprechend aus, andere eher
nicht. Sie hat keine Ahnung, ob sie das richtig macht. In ihrem alten
Leben hat sie nie einen Garten gehabt. In ihrem neuen hatte sie
Bedienstete dafür.

“Wenn du jetzt sterben würdest”, sagt sie zu einem besonders
mickerigen Setzling und stupst ihn vorsichtig an, “wäre das extrem
unhöflich.”

Sie arbeitet weiter, Unkraut für Unkraut. Die Sonne steht tief und wirft
lange Schatten über den Garten. Ihre Hände sind dreckig bis zu den
Ellbogen und unter den Fingernägeln wird sie den Sand vermutlich nie
wieder rausbekommen. Aber es ist eine gute Arbeit. Eine Arbeit, die sie
spüren kann, in den Händen, in den Knien, im Rücken. Nicht wie das
Liegen, das endlose Liegen, bei dem der Körper gleichzeitig alles und
nichts spürte.

“Okay, genug für heute”, sagt sie und steht auf. Ihre Knie
protestieren. Sie klopft sich die Erde von der Hose und sammelt das
Unkraut in einen Haufen, den sie morgen wegräumen wird.

Auf dem Rückweg greift sie in den Waschzuber im Hinterhof der Taverne
und wäscht sich die Hände und das Gesicht. Das Wasser ist kalt und sie
schüttelt sich. Dann trocknet sie sich an einem Lappen ab, der über dem
Zaun hängt, und geht durch die Hintertür zurück in die Taverne.

Sie kommt gerade um den Tresen herum, als sie ein Poltern hört und etwas
Ungewöhnliches auf dem Platz bemerkt.

Ein Flackern, aber nicht das übliche, schwache, gleichmäßige Flackern
des Portals, das sie in den letzten Wochen wie ein fernes Nachtlicht
begleitet hat. Es ist heller, unruhiger, als würde es arbeiten.

Nara legt die Hand ans Schwert und geht zur Tür. Sie öffnet sie langsam
und schaut auf den Marktplatz.

Das Portal strahlt grell. Viel heller als sie es je gesehen hat. Das
Blau pulsiert in kurzen Abständen und die Dunkelheit in der Mitte
scheint sich zu bewegen, als würde etwas hindurchgedrückt.

Dann stolpert eine Gestalt aus dem Portal, genau wie Nara es getan hat.
Eine Person in verdreckter, dunkler Kleidung. Die Haare hängen strähnig
herunter und die Hände sind aufgeschürft und schmutzig. Die Kleidung ist
zerrissen und fleckig, als hätte die Person darin geschlafen, und zwar
nicht nur eine Nacht. Das Portal flackert noch einmal heftig und fällt
dann zurück in sein gewohntes, schwaches Leuchten.

Die Person richtet sich langsam auf, steht auf dem Marktplatz und schaut
sich um. Ihre Bewegungen sind steif, als täte ihr alles weh.

Nara steht in der Tür der Taverne, die Hand am Schwertgriff, und rührt
sich nicht. Ihr Herz hämmert. Seit Wochen ist sie allein in dieser Stadt
und jetzt steht da jemand, keine dreißig Meter entfernt, auf dem
Pflaster. Ein Mensch. Aus dem Portal.

Sie kneift die Augen zusammen und versucht im Abendlicht das Gesicht zu
erkennen, aber die Haare hängen davor und die Entfernung ist zu groß.

Nara schluckt und umfasst den Schwertgriff fester.

Transparenzhinweis

Ich nutze aufgrund meiner kognitiven Dysfunktion infolge von ME/CFS KI-Assistenzwerkzeuge bei der Texterstellung. Die gesamte kreative Leistung, also Figuren, Handlung, Weltenbau, Dialoge und sämtliche Ideen, stammt vollständig von mir. KI wird ausschließlich als unterstützendes Hilfsmittel eingesetzt, um meine gesundheitlichen Einschränkungen zu überbrücken.