Es begann mit den Nächten.
Länger wurden sie, kälter, und die Feuer in den Bastionen brannten früher als sonst. Niemand wusste, was das bedeutet. Kein Mensch in Arthengard hat je einen Winter hier erlebt. Die Menschheit war vor Generationen geflohen, lange bevor irgendjemand hätte lernen können, was die Kälte mit dieser Welt anstellt.
Jetzt werden sie es herausfinden.
Die ersten Berichte kamen von Händlern und Boten, die zwischen den Bastionen unterwegs waren. Etwas verändert sich da draußen. Nicht über Nacht, aber stetig. Was genau der Winter für Arthengard bedeutet, weiß noch niemand. Aber dass er Auswirkungen haben wird, daran zweifelt keiner mehr.
Und wo Unsicherheit wächst, wächst Misstrauen.
Bisher haben die Bastionen zusammengearbeitet. Gemeinsam gebaut, gemeinsam gekämpft. Doch mit dem nahenden Winter öffnen sich erstmals Handelswege zwischen den Städten. Die Frage ist nur: Wird dieser neue Austausch den Zusammenhalt stärken? Oder werden die Herrschenden über die eigenen Grenzen hinausblicken, nicht um zu handeln, sondern um zu nehmen?
Gleichzeitig melden Boten aus den äußeren Gebieten etwas anderes. Kreaturen, die man bisher nicht kannte. Wesen, die aus tieferen Regionen an die Oberfläche drängen, getrieben von etwas, das sich unter der Erde verändert hat. Ob die Kälte sie nach oben treibt oder ob sie vor etwas fliehen, das noch unter ihnen lauert, weiß niemand. Sicher ist nur, dass die Dungeons nicht mehr das sind, was sie waren.
Die Herrschenden der Bastionen stehen vor einer Wahl. Zusammenhalten oder nehmen, was man braucht. Die Monster vor den Toren oder den Nachbarn im Auge behalten. Beides gleichzeitig wird schwer.
Der Winter naht. Und Arthengard war noch nie ein Ort, der Schwäche verzeiht.